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Freude

"Freut euch an allem, was der Ehre Gottes dient und Frieden und Freundlichkeit unter den Menschen fördert."

John Wesley (1703 - 1791)

Montag 25. März 2019 09:48Alter: 31 days
/ Kategorie: Schweiz

Ehrentafel für Carl Lutz in Walzenhausen

Am 30. März wird am Geburtshaus von Carl Lutz in Walzenhausen eine Ehrentafel angebracht. Ein weiterer Akt der Erinnerung für den Methodisten, der als Vizekonsul in Budapest während des 2. Weltkriegs 62 000 Jüdinnen und Juden das Leben rettete.

(Carl Lutz (Bild: ARCHIV FÜR ZEITGESCHICHTE ETH ZÜRICH / AGNES HIRSCHI - via wikimedia, CC-SA-3)

Wie das Tagblatt in seiner Ausgabe vom 23. März berichtet wird die Ehrentafel in Walzenhausen am 124. Geburtstag des 1895 in Walzenhausen geborenen Diplomaten enthüllt. Teilnehmen werden Vertreter/innen der Kirchen und der politischen Gemeinde, sowie der Ausserrhoder Regierungsrat Köbi Frei. Für die Methodistenkirche wird Ueli Frei in einem kurzen Beitrag beleuchten, wie Carl Lutz mit dieser Freikirche, in der er aufgewachsen war und der er zeitlebens angehörte, verbunden war.

 

Schutzbriefe ausgestellt

Carl Lutz war von 1942-1945 als Vizekonsul an der Botschaft der Eidgenossenschaft in Budapest tätig. Dort leitete er die «Schutzmacht-Abteilung», die unter anderem für den Transit von jüdischen Personen verantwortlich war, die Ungarn auf dem Weg nach Palästina durchquerten. Als nach der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht das Leben jüdischer Menschen in Ungarn direkt in Gefahr geriet, begann er – unter Überschreitung seiner Kompetenzen – «Schutzbriefe» für eine grosse Zahl von Jüdinnen und Juden auszustellen. Von den knapp 124 000 jüdischen Menschen aus Ungarn, die überlebten, wurden rund 62 000 durch das beherzte Handeln von Carl Lutz zusammen mit einigen anderen Diplomaten gerettet.

 

Späte Rehabilitation

International wurde dieses Handeln schon bald nach dem Krieg gewürdigt. Von offizieller Seite in Bern wurde Lutz wegen Kompetenzüberschreitung gerügt. Bis zu seinem Tod 1975 blieben ihm Rehabilitation und Anerkennung versagt. Die Gemeinde Walzenhausen hatte ihm freilich bereits 1963 die Ehrenbürgerschaft verliehen. Erst 20 Jahre nach seinem Tod wurde Lutz 1995 durch Parlament und Bundesrat offiziell rehabilitiert. 2018 wurde in Bern ein Sitzungszimmer nach Carl Lutz benannt. Besonders die durch Agnes Hirschi, die Stieftochter von Carl Lutz präsidierte «Carl Lutz Gesellschaft» setzt sich dafür ein, die Erinnerung an den Einsatz von Carl Lutz als Vorbild für Zivilcourage weiterzutragen.

 

Weitere Informationen

Meldung des Tagblatts

Meldung bei ref.ch

Webseite der «Carl Lutz Gesellschaft»

Das schwierige Verhältnis der Schweiz zu Carl Lutz (Beitrag auf SRF)

«Carl Lutz führte die Nazi-Hierarchie hinters Licht» (Beitrag auf SRF)

 

S.F.


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